Esther Kaiser & Band

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Fri 06. Sep / 20:00 - 21:30 Uhr / Schuppen 6.

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Esther Kaiser & Band

Der Jazz scheint sich aus dem politischen Diskurs seit Jahren verabschiedet zu haben. Ihm genügt es heute anscheinend, wohlwollend auf sich selbst zu schauen. Um sich zu vergegenwärtigen, dass dies einmal anders war, genügt ein Blick in die Geschichte dieser Musik, der lange das Etikett der Unangepasstheit und  des Aufrührerischen anhaftete.

Duke Ellington, Count Basie, Louis Armstrong, Artie Shaw oder Benny Goodman bezogen klare politische Positionen und mischten sich ein. Goodman ging sogar soweit, sich gegen den Rassismus von Veranstaltern und Hoteliers zur Wehr zu setzen, wenn diese die farbigen Musiker in seiner Band in ihren Häusern nicht dulden wollten und sagte Konzerte einfach ab. 

Haltung zu zeigen, sich einzusetzen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung, war ein weitverbreitetes Anliegen unter Jazzmusikern. Nicht umsonst wurde der Jazz zum Soundtrack der Bürgerrechtsbewegung in den USA. 

Max Roach, Abbey Lincoln, Sonny Rollins, Charles Mingus, John Coltrane, Dizzy Gillespie, Ray Charles und Nina Simone wurden zur Stimme ihrer „Community“. 

Es war Nina Simone, die sagte: How can you be an artist and not reflect the times?   

Eine Frage, der sich die aus Freiburg stammende Jazzsängerin Esther Kaiser bei jeder  neuen Veröffentlichung stellt. Vor vier Jahren erschien ihr Album „Learning How to Listen –  A Tribute to Abbey Lincoln“, auf der der Sängerin nicht nur das Kunststück gelang, die Stücke der „politisch wachen, sozial bewussten und unprätentiösen“Song-Interpretin Lincoln(Down Beat)auf famose Weise neu zu interpretieren, sondern ihnen auch mit einer eigenen, sehr dezidierten Haltung zu tages- und gesellschaftspolitischen Verwerfungen eine neue Relevanz zu geben. 

"Mut ist eine Sache des Herzens, des Zentrums der Person; deshalb kann man für mutig auch beherzt sagen (das französische und englische Wort courage ist von coeur abgeleitet).“ (aus: Paul Tillich „Mut zum Sein“)

So versteht die Jazzsängerin Esther Kaiser den Begriff Mut als Herzenssache in ihrem neuen Programm „Songs of Courage“ und möchte auf ihrem neuen Album Welten miteinander verbinden, um eine gemeinsame musikalische Sprache zu finden für die Themen unserer Zeit. Jazzsounds treffen auf orientalische Klänge, Berliner Jazzmusiker auf geflüchtete Musiker aus Syrien und dem Irak.

„Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, mich durch mein Medium, die Musik - auch in gesellschaftlichen Themen auszudrücken. Und den Mund aufzumachen - im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist mir wichtig, gerade zur Zeit, mit den momentanen Themen und der Stimmung in der Gesellschaft, dieser teils unversöhnlichen Spaltung zwischen Menschen und Meinungen“,sagt Esther Kaiser auf die Frage nach der Motivation für das neue Album.

 

Esther Kaiser (voc, Kalimba, Shrutibox), Hasan Al Nour (Kanun), Marc Muellbauer (bs), Rüdiger Krause (g), Roland Schneider (dr)

 

Video 1
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